Walter-Eucken-Archiv

Walter Eucken war ein wichtiger Theoretiker der politischen Ökonomie. Er begründete mit dem Juristen Franz Böhm und dem Soziologen Alexander Rüstow Anfang der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts den "Ordoliberalismus" als interdisziplinären und machtkritischen Forschungszusammenhang. Walter Eucken und Franz Böhm gehörten zur universitären Opposition gegen das NS-Regime ("Freiburger Schule“).

 

Das Walter-Eucken-Archiv ist im Besitz des Eucken-Nachlasses und arbeitet an der Herausgabe der Werke von Eucken, Böhm und Rüstow. Zugleich sammelt und ediert es vergessene Texte des Liberalismus aus ganz Europa, den USA und Lateinamerika.

 

Darüber hinaus hat sich das Walter-Eucken-Archiv die Aufgabe gestellt, den ordoliberalen Ansatz vor dem Hintergrund aktueller und künftiger wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Herausforderungen in seiner interdisziplinären und unabhängigen Tradition weiterzuentwickeln und zugleich die wirtschaftliche und politische Praxis kritisch zu begleiten. Im Zentrum stehen dabei die Analyse ökonomischer Machtkonzentrationen aus der Perspektive eines egalitären Liberalismus und die Entwicklung von Perspektiven einer Überwindung solcher Machtzusammenballungen. Ein solcher Liberalismus kann heute allerdings weder die aktuellen ökologischen Gefährdungen noch die Krise demokratischer Institutionen ignorieren.