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Das Leben Franz Böhms geboren
1895 Konstanz Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg i.Br., 1925-31 im Kartellreferat des Reichswirtschaftsministeriums Berlin tätig. Verheiratet mit Marietta Ceconi, Tochter der Schriftstellerin Ricarda Huch. 1932 Promotion, 1933 Habilitation mit Wettbewerb und Monopolkampf; Dozent für Handels- und Wirtschaftsrecht in Freiburg. Aus der Interdisziplinären Lehre und Forschung von Franz Böhm und Walter Eucken entstand in den dreißiger Jahren die "Freiburger Schule". Böhm beteiligt sich in Freiburg an der akademischen Opposition gegen den NS-Staat. Die Kooperation von Franz Böhm und anderen Hochschullehrern mit Theologen der "Bekennenden Kirche" mündete 1943 in die Denkschrift Politische Gemeinschaftsordnung; Böhm war mit W. Eucken u. H. Großmann-Doerth Herausgeber der Reihe Die Ordnung der Wirtschaft. 1936 Lehrstuhlvertretung in Jena, wegen Kritik am Antisemitismus Disziplinarverfahren und Verbot der Lehrtätigkeit. 1945 Kultusminister in Hessen; Professur und Rektorat an der Universität Frankfurt a.M. Böhm war Leiter der deutschen Delegation bei den Verhandlungen über Entschädigungszahlungen für jüdische Opfer des NS-Unrechts (mit Israel und der Jewish Claims Conference) bis zum Abschluss der Luxemburger Verträge (10.9.52). Dabei kam es zum offenen Konflikt zwischen Franz Böhm und Herrmann Abs, der als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank und Berater Adenauers die Interessen der für die NS-Verbrechen mitverantwortlichen Großindustrie vertrat. Böhm war Mitglied des Deutschen Bundestags (2 Perioden ab 1953) Er engagierte sich für ein ordnungspolitisch konsequentes Wettbewerbsrecht, auch durch Vorlage eines eigenen Gesetzentwurfs im Dissens zur Politik der eigenen Fraktion(CDU); Mitglied der Synode der Ev. Kirche Hessen und Nassau (2 Perioden ab 1947. Mitherausgeber von "ORDO - Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft" (mit W. Eucken; ab 1948). Das zentrale Thema Franz Böhms ist die Minimierung ökonomischer Macht und die Bekämpfung staatlicher Willkür durch eine Wirtschaftsverfassung, die eine Privatrechtsordnung freier Bürger ermöglichen soll: "Der Wettbewerb ist das großartigste und genialste Entmachtungsinstrument der Geschichte." |
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